Sollte Dich die Beschreibung von Angst oder mit ihr verwandte Themen ängstigen bzw. Deine Ängste schüren oder gar Angst- und Panikattacken auslösen, bitte ich Dich, diese Seite nicht alleine oder unter Umständen auch garnicht zu lesen.
Hilfreich könnte es indes sein, wenn Du diese Seite jenen empfiehlst, die mit Deinen Ängsten oder Angst- und Panikstörungen umgehen (müssen).
Angst beginnt im Kopf
Angst
ist
ein Gefühl
der Nervosität, Besorgnis oder Unsicherheit.
Es ist
grundsätzlich zweckmäßig, da es vor einer tatsächlichen
Gefahr oder
Bedrohung warnt.
Angst versetzt uns bzw. unseren Körper in
Alarmbereitschaft. Betroffene beginnen, die Gefährlichkeit einer Situation und etwaige Handlungsmöglichkeiten rasch abzuwägen. Dabei steigt der Blutdruck. Die Atmung beschleunigt sich. Muskeln spannen an. Das Herz klopft. Schweiß bricht aus. Die Augen weiten sich. Sodann erfolgen Angriff oder Verteidigung. Flucht oder Verstecken. Manche Menschen Erstarren oder Verharren. Ist die Gefahr bzw. Bedrohung vorbei, schwindet auch die Angst. Der Blutdruck sinkt. Die Atmung wird flacher. Der Herzschlag beruhigt sich. Der Schweiß trocknet und die Muskeln werden locker, manchmal zu locker, weshalb „Pudding“ in den Beinen und Armen entstehen kann.
Angststörung als Folge wiederholt
anlassloser Angst
Dystonie und Angst
Endogene oder exogene
dystoniebezogene Angst(Störung)
Dystonie beginnt im Kopf,
Angst auch
Angstörungen sind
unzweckmäßig. Bei einer Angststörung hat sich das zweckmäßige
Gefühl der Angst – unabhängig einer Gefahr oder Bedrohung –
verselbständigt, was unzweckmäßig ist. Oder: Bei Angststörungen tritt
Angst auf,
ohne dass, objektiv betrachtet, eine
Gefahr oder
Bedrohung bestünde.
Davon unbenommen erleben Betroffene ihre unzweckmäßigen Ängste dennoch körperlich und seelisch äußerst intensiv. Erschwerend kommt hinzu, dass sie unter Umständen zwar erkennen, dass ihre Angst unangemessen oder unbegründet ist, dennoch vermögen sie diese nicht zu kontrollieren. Kurzum: Bei einer Angststörung führt das Gefühl der Angst situativ ein Eigenleben.
Angststörungen äußern sich u.a. in wiederholtem Herzrasen, Schweißausbrüchen, zu schneller Atmung, Schwindel, Übelkeit und Zittern.
Wie genau körperlich Angststörungen entstehen, ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren dabei zusammenspielen, u.a. genetische Veranlagung, traumatische Erfahrungen, chronischer Stress sowie ein Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn.
Dystoniebetroffene sind überdurchschnittlich häufig von Angststörungen betroffen. Dies liegt darin begründet, dass
Wie auch immer: Bei Dystoniebetroffenen, die von Angststörungen geplagt werden, ist es höchst bedeutsam, zunächst einmal herauszufinden, ob es sich um „endogene Ängste“, also Angststörungen als Bestandteil einer Dystonie oder „exogene Ängste“, also Angststörungen infolge einer Dystonie, handelt. So sind Ursache und Art der Angststörung maßgebend für die Therapie.
Für Dystoniebetroffene gilt dies insbesondere für die Einnahme von Psychopharmaka! Sie vermögen zwar Angststörungen zu lindern. Mitunter verstärken sie jedoch, sozusagen als ungewollte Nebenwirkung, die körperlichne Symptome einer Dystonie. Demgemäß sollte bei Dystoniebetroffenen die Diagnostik sowie Therapie von Angststörungen gründlichst erfolgen.
Begonnen werden sollte zunächst mit einer humangenetischen Ausschlussdiagnostik, der sich eine gründliche psychiatrische Diagnostik anschließen sollte.
Angst ist ein menschliches Grundgefühl. Es äußert sich darin, dass eine Gegebenheit oder Situation als potenziell oder tatsächlich gefährlich oder bedrohlich wahrgenommen wird.
Angst tritt in körperlichen wie seelischem situativen, zeitweiligem oder dauerhaften Rückzug hervor und wird von Gefühlen, wie Nervosität, Unruhe, Reizbarkeit und Hilflosigkeit begleitet.
Angst auslösende Momente sind tatsächliche Gefahren für die körperliche Unversehrtheit von einem selbst oder Dritten. Hinzu kommen selbstempfundene hypothetische Gefahren, also vermutete Bedrohungen, für die Selbstachtung oder das Selbstbild.
Angst ist ein angeborenes Grundgefühl, was uns und unsere Nächsten und die uns umgebenden Dinge vor Schäden bewahren soll. Die Intensität der Wahrnehmung von Angst ist teilweise angeboren, jedoch auch durch das Leben erworben. Grundsätzlich gilt, je älter ein Mensch und je verletzlicher, desto ängstlicher wird dieser.
Alter und chronische Erkrankung, im Doppelpack, sind besonders angstfördernd, vor allem dann, wenn Betroffene überwiegend auf sich gestellt sind und in einem Umfeld leben, dass kaum oder gar nicht ihren besonderen körperlichen Erfordernissen entspricht.
Chronischen Erkrankte weisen neben ihren natürlichen Ängsten, zusätzlich häufig erkrankungsbezogene psychomotorische Ängste sowie seelische Ängste auf.
Psychomotorische Ängste resultieren aus ihren körperlichen Beeinträchtigungen. So kann eine Dystonie bzw. dystone Symptome z.B. Sturzängst begründen.
Seelische Ängste ergeben sich aus tatsächlich erlebten oder erwarteten Situationen, dass man als Dystoniebetroffene/r der Unterstützung bzw. Hilfe bedarf oder angeschaut bzw. angestarrt wird, weil man sich auffällig bewegt.
Wie auch immer: Erkrankungsbedingte Ängste verunsichern und können zu einem sozialen Rückzug bis hin zur sozialen Isolation führen oder in einem asozialem Angriff (verbal und/oder körperlich aggressivem Verhalten gegen Dritte) münden. Sowohl als auch sind einerseits "typabhängig", können jedoch auch etwas mit der medikamentösen Therapie zu tun haben.
Der soziale Rückzug vermag wiederum die Ängste zu verstärkt, weil ja für gewöhnlich die Übung den Meister bzw. die Meisterin macht. Wer nicht übt, der bzw. nicht ihre Ängste bewältigt. Aggression und Angriffslust machen einsam, auch wenn man gerade dies nicht sein möchte.
Schlussendlich kommt es - mit Bezug zu den eigenen Ängste und dem erwarteten Ungemach - in vielen Fällen dann zu einer sogenannten "selbsterfüllenden Prophezeiung". Dinge, vor denen man Angst hat, passieren. Oder: Mit umaufgelösten oder untherapierten Ängsten wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit so oder so an Lebensqualität verlieren ...
Chronische Erkrankungen gehen - je nach Art der Erkrankung - gehen mit erkrankungstypischen Ängsten einher. So ist es auch bei Dystonie.
Neben den allgemeinen Ängsten, etwa der Angst vor der Verschlimmerung der Erkrankung, einschließlich der Schmerzen, der Angst vor dem zunehmenden Verlust der Selbständigkeit sowie der Angst eines erkrankungsbedingt unter Umständen früherer Ablebens, sind folgende besondere Ängste bei Dystoniebetroffenen nicht selten:
Die Aufzählung ist alles andere als vollständig, sie ist vielmehr nur exemplarisch. Ängste sind genauso individuell, wie die Menschen, die sie haben, selbst. Doch erkrankungsbezogene Angst ist nahezu für alle Dystoniebetroffenen ein Thema. Mal mehr, mal weniger ...
Angst führt nicht nur zu seelischen Begleitsymptomen, auch körperlich Begleitsymptome gehören dazu.
Mit Bezug zu Dystonie können folgende körperliche Begleitsymptome von Angst dystone Symptome triggern oder gar verstärken:
Dystoniebetroffene, die sich dauerhaft ängstigen, weisen deshalb stärkere dystone Leit- und Begleitsymptome auf, als jene - bei vergleichbaren Dystonien - die dies nicht tun.
Situativ bzw. akute auftretende Ängste führen bei den meisten Dystoniebetroffenen zu "Zitteranfällen", Schwächegefühlen, Museklzucken, mit und ohne Bewegungsrelevanz, sowie verstärktem Krampfgeschehen. Diese Angst getriggerten oder durch Angst verstärkten dystonen Symptome klingender mit Abnehmen der ängstigenden Situation von selbst wieder ab.
Grundsätzlich empfehlen Neurolog:innen wie Psycholog:innen, in den vorgenannten Fällen grundsätzlich nicht zu Beruhigungsmitteln zu greifen. Vielmehr gilt es, sich Ängsten zu stellen und diese - unter Umständen auch mit therapeutischer Hilfe - zu bewältigen. So birgt der Konsum von Beruhigungsmitteln zum einen die Gefahr, dass sich die Ängste verstärken oder gar ausweiten. Zum anderen sind Suchtgefahren nicht zu unterschätzen.
Erinnernde Hinweise
Bei Dystonie.Online handelt es sich um eine selbsthilfebasierte, weitgehend allgemeinsprachliche Beschreibung von Dystonie und jener Aspekte, die mit dieser Bewegungsstörung im Zusammenhang stehen bzw. stehen können. Demgemäß zielt diese Website nicht auf eine wissenschaftliche Allumfasstheit ab. Davon unbenommen bin ich für jedwede Anregungen und Ergänzungen dankbar!
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